Endlich ist der Tag gekommen, auf den ich lange gewartet habe. Marathon Nr. 9 geht los. Zuerst noch frühstück. Allerdings schade, dass ich nur ein Zopf rot und croissant frühstücken darf. Man soll vor dem Lauf nicht Vollgas schlemmen. Krass, was da manch andere in Laufkleidung bereits verputzen. Die werden wir in Km 10 alle kotzen sehen.
Auschecken und den Koffer abgeben, und dann gehts mit der U10 zum Start in die Uno City, also halt nicht in sondern neben, also… ihr wisst wie ich meine. Es ist sonnig und warm, da brauchts keine Jacke. Also gebe ich den Kleiderbeutel gleich mal ab und bereite mich auf den Start vor. Die üblichen Songs zum anheizen, und dann die Ansprache von vdB. Der Donauwalzer wird gespielt, und die Rekordzahlen werden durchgegeben. 49.000 Läufer in allen Bewerben zusammen, und 13.000 beim Marathon.
Doch genug gequatscht. Wir sind ja zum Laufen da. Also ab auf die Strecke in 3, 2, 1 und go. Der 43. Vienna City Marathon ist gestartet. Aber nur für die schnellen Läufer und Statblock A. Wir im B müssen noch 7 Minuten warten, bevor der Lauf auch für uns los geht. Um 9:07h ist es soweit und ich begebe mich auf die 42,195 km lange Strecke. Über die Reichsbrücke geht es in Richtung Praterallee, wo wir später noch mal drauf zurück kommen werden.
Bei km 11 biegen wir ab Richtung Schönbrunn. Dort findet auch der erste Wechsel des Staffel Marathon statt. Ums Eck geht es zurück Richtung Stadt, wo wir bei km 19 die Mariahilferstrasse passieren. Heute mal kein Shopping Tag sondern Marathontag. Wir biegen dann ein auf den Ring wo es für die Halbmarathonis schon ins Ziel geht. Für mich heißt es weiter laufen. Bis jetzt geht’s super, Pace von 5 min / km hält. Aber ab km 25 merke ich langsam eine Müdigkeit hochsteigen. Schlechtes Vorzeichen, denn normal kommt das erst ab km 30.
In Km 33 dann der erste Krampf. S**t. Und in km 35 ist dann die Energie weg. Als hätte mir jemand den Stecker gezogen. Das war in Hamburg auch schon so, aber da bin ich zu schnell los gelaufen. Dieses Mal bin ich wirklich bei den 5 min / km geblieben. Vermutlich das Alter. Damit hab ich nicht gerechnet. Ich habe mir aber vorgenommen, mit eine gute Gefühl durchs Ziel zu laufen. Also tu ich langsamer und laufe mit 5:20 Pace weiter. Trotzdem, auch direkt auf der Zielgerade nochmal ein Krampf. Mist. Ich komme ins Ziel, die Zeit lassen wir mal weg. Geschafft.
Doch als ich mich hin setzte der nächste Krampf, und dann in den Armen, und leicht schwindlig. Krass das hatte ich noch nie. Der Kreislauf ist im Arsch. Also trinke und esse ich alles was in dem Zielbeutel steckt. Aber scheinbar ist das noch zu wenig. Erst als ich Veronika und Michael treffe, und eine Pause im Schatten auf den Rathausrasen mache und eine kostenlose Massage bekomme geht’s wieder bergauf.
Jetzt steht mir noch die U-Bahn Fahrt zum Hauptbahnhof bevor. Grad bevor der Regen kommt schaffe ich es in die U2. Danke Gott, dass du mich im trockenen ins Ziel gebracht hast. In der U2 der nächste Tiefpunkt. Im Volksgarten geht’s nicht mehr weiter. In der komplett überfüllten U-Bahn wird mit langsam eng und ich steige aus. Bis zur nächsten Station Museumsquatir kann man auch laufen. Endlich erreiche ich den Hauptbahnhof, hole das Gepäck vom Hotel, Decke mich mit trinken und Essen ein und platzieren mich am Bahnsteig 8.
Das sind die letzten Schritte für heute. Zum Glück hab ich reserviert. Der Zug ist wie zu erwarten bum voll. Ich muss über das English der Zugbegleiter lachen. Ich glaub der lernt das auswendig und weiß gar nicht was er spricht. Ich verstehe ihn mal nicht.
In Salzburg dann Schichtwechsel. 8 Schnapsdrosseln um die 60 belegen die zwei Vierer Plätze. Es wird laut, und der knödl im Mund ist nicht auszuhalten. Zeit für meine Kopfhörer. Aber ich höre sie trotzdem. Dafür weiß ich jetzt dass Salbeigrün das Inn Grün schlechthin ist. Ein sehr gediegene Grün. Außerdem weiß ich jetzt, dass die Babsi einen neuen Kühlschrank bekommen hat. Der ging aber 2 Tag lang nicht und ihr Mann hat geglaubt sie brauchen noch eine App. Bis sie gemerkt hat, „der hot jo koa liacht“. Da hat sie gemerkt dass er gar nicht eingesteckt war.
Ab Innsbruck wirds dann lichter im Zug. Wer will schon nach Vorarlberg 🤪. Ich esse mein Sandwich, immerhin das erste Essen heute. Und freue mich auf daheim. Was ich auch, dank der Pünktlichkeit der österreichischen Bundesbahnen pünktlich erreichte.
Das war mein Bericht vom Marathon. nächste Woche findet der Bludenz läuft Halbmarathon statt. Leider kann ich da nicht weil ich wieder im Einsatz mit dem Hockey Team bin.
Bis bald und an Schöna Obad
Matse