Rote Wand

Sonnwend einmal anders. Weil die meisten abgesagt haben, gehen Raini, Mäkki und ich auf die Rote Wand. Der Plan ist, dass wir nach der Roten Wand zur Freiburger Hütte gehen und dort dann entscheiden, ob wir übernachten oder noch runter gehen.

Aufstieg von Laguz zur Roten Wand Gipfel, 1.163 HM
Abstieg zum Formarinsee, -975 HM
Abstieg nach Dalaas, -1.072 HM

Auf gehts also per Zug nach Nenzing, Bus nach Marul, und Wanderbus zur Laguz Alpe. Von dort geht es dann zu Fuß los. Erster „Schock“, was stinkt denn da? Wir merken, dass wir mitten durch ein Güllefeld laufen. Wild. Die habe mit einer Riesenkanone Gülle über die ganze Wiese versprüht. Solche Idioten.

Der Aufstieg ging dann erstmal über ein Geröllfeld bis zum Fuß von dem riesigen Felsklumpen, den man Rote Wand nennt. Nach rechts ginge es Richtung Formarinsee, aber da wollen wir jetzt noch nicht hin. Erst mal geht es hoch auf den Gipfel. Also nach Links.

Durch eine Felsspalte hindurch sehen wir dann das erste Hindernis, SCHNEEFELDER! Das Zeug ist nicht zu unterschätzen. Wenn du da mal ausrutschst, liegst du unten und kommst nie wieder hoch. … Na, so schlimm ist es auch wieder nicht. Aber trotzdem überlegen wir kurz, ob wir drüber gehen. Der Schnee ist nicht gefroren, und so halten die Fußspuren gut, und wir kommen sicher rüber.

Danach geht es ziemlich steil einen Grat entlang nach oben. Da schießt der Blutdruck schon mal in die Höhe und es pocht im Kopf. Irgendwie erinnert die felsige Landschaft an Mordor.

Oben angekommen geht es hinüber über einen Grat. Das ist nichts für schwache Nerven. Links und rechts geht es steil hinunter. Wer hier nicht schwindelfrei ist, sollte umkehren. Für uns trifft weder das eine noch das andere zu, also rüber auf den Gipfel.

Drüben angekommen erwartet uns ein genialer Rundumblick über das Klostertal, Walgau, Kleine Walsertal, Bregenzerwald bis hinaus Richtung Bayern. Irgendwo soll da auch die Zugspitze zu sehen sein, ganz klein natürlich, irgendwo da drüben …

Nach einer verdienten Jause und dem Gipfelbier folgt der Schreck. Ich schaue auf meine Schuhe und sehe, wie sich die Sohle löst. Gar nicht gut. Da oben sollte man festes Schuwerk haben.

Kurz wird mit „Anders“, aber es nütz nichts. Ich gehe auf Zehenspitzen zurück. Der Grat ist geschafft. Auch „Mordor“ lassen wir hinter uns. Jetzt ist auch das Schneefeld geschafft. Irgendwie kommt es mir vor, als ob der Weg hinunter viel einfacher ist als hinauf.

Schließlich kommen wir wieder zur Abzweigung. Jetzt gehen wir aber weiter in Richtung Formarinsee und Freiburger Hütte. Schon wieder so ein blödes Schneefeld, aber mittlerweile haben wir darin ja Übung. Eine Herde von Steinböcken sehen wir dort den Berg hinauf wandern. Ob die uns auch nichts tun? Aber es sieht so aus als hätten sie mehr Angst vor uns als wir vor ihnen. Sie hauen ab. Auch Murmile gibt es jede Menge, sie pfeifen aus allen Löchern. Eines sehen wir hinter einen Stein huschen, und ich kann es im Bau fotografieren.

Schließlich kommen wir zur Freiburger Hütte und gönnen uns ein Gröstl und ein Bier. Bis jetzt haben wir Glück mit dem Wetter gehabt. Aber um 17h ziehen innerhalb von 10 Minuten Woken auf und es fängt an zu regnen, blitzen und donnern. Da ich mein Wetterradar dabei habe weiß ich aber, dass es bald wieder aufhört. Und tatsächlich, eine Stunde später kommt schon wieder die Sonne heraus. Wir hätten zwar auf der ausgebuchten Hütte (lauter Piefkes) noch drei Plätze im Matratzenlager bekommen, aber weil es nur noch 2 Stunden bis ins Tal sind, und der letzte Bus um 21h in Dalaas fährt, beschließen wir, noch heute hinunter zu laufen. Morgen wäre mit meinen Schuhen auch nicht mehr möglich gewesen. Also dann doch lieber im eigenen Bett schlafen.

Und so schaffen wir den Bus, fahren nach Bludenz, und von dort Mit dem Zug nach Hause.

War eine coole Partie, auch wenn es dieses Mal ohne Sonnendfeuer war. Jedenfalls wollen wir wieder mal rauf auf die Berge. Das nächste mal vielleicht mit Klettersteig.

Davon berichte ich aber dann ein ander Mal.

CU und take care,

Matse.

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