Halbmarathon

Laufbahn

Drei Länder Marathon 2018, der Halmarathonlauf

Wie jedes Jahr im Oktober war es auch heuer am 7. 10. wieder so weit, das Laufevent des Jahres ging über die Bühne. Der Drei-Länder-Marathon 2018. Für mich war heuer der Halbmarathon angesagt, zum „ganzen“ fehlte mir heuer einfach die Zeit zum trainieren.

Das Wetter war Mitte Woche noch schlecht angesetzt. Die Vorhersage wurde dann aber immer besser. Und nach morgendlichen restlichen Regenschauern kam dann pünktlich zum Start des Rennens sogar noch die Sonne zum Vorschein. Der Lauf selbst war dann fast schon zu war, trotzdem ist es immer besser wenn es schönes Wetter hat, weil dann auch mehr Zuschauer an der Strecke stehen und einen anfeuern.

Für alle die den Lauf noch  nicht kennen folgt jetzt eine kurze Laufbeschreibung.

Der Start des Halbmarathons ist um 11:15 auf der Insel Lindau, direkt am Hafen. Die Fahrt dort hin erfolgt für viele per Schiff von Bregenz aus. Heuer gab es dabei eine Premiere, kein geringeres Schiff als die Sonnenkönigin wurde für die Überfahrt spendiert. Dafür gab es auch einen Grund: Die Sonnenkönigin wird 10 Jahre alt.

Zufahrt zum Start mit der Sonnenkönigin

Am Start dann Kleidersäcke abgeben, den Start des Marathons sehe ich deshalb nicht live. Der Marathon startet ja seit einige Jahren bereits 45 Minuten vor dem Halbmarathon. Was das für mich für den Zieleinlauf bedeutet lest ihr gleich. Dann noch aufwärmen und auf den Start vorbereiten.

Startschuss, es geht los. Die ersten Kilometer geht es darum, die Geschwindigkeit zu finden und die langsamen Starter, die sich immer vorne rein dränglen, zu überholen. Heuer sind es aber e wenig, da ich bereits im Block 2 starte. Es geht also über die Hauptstrasse raus über die Brücke auf die Hauptstrasse Richtung Bregenz. Vor der Eisenbahnüberführung zweigt es dann rechts ab und man läuft der Verladerampe entlang, am Campingplatz vorbei, vorbei am Tierheim und weiter, vorbei am Bahnhof Lochau Hörbanz. Die Menschenmengen, die am Straßenrand anfeuern, lassen bereits einiges an Publikum erwarten.

Kurz wieder Geschwindigkeit kontrollieren, 4:30 min/km. Etwas zu schnell. Geplant war 4:45 min/km, um so eine Zielzeit von 1:40h zu erreichen. Nur nicht zu schnell werden. Die erste Verpflegungsstelle kommt bei 5km. Trinken von Anfang an ist wichtig. Da sehe ich eine bekannte Gestalt vor mir, es ist Israel. Eigentlich sollte er schneller sein wie ich, das kann nur bedeuten, dass er es langsamer angeht, oder ich zu schnell bin. Ich grüße ihn und laufe ihm langsam vor.

Jetzt geht es raus auf die „Pipeline“, Bregenz entgegen. Den Teil der Strecke mag ich am liebsten, hier fühlt man sich so richtig fit und läuft der Menschenmenge in Bregenz entgegen.

Rein gehts nach Bregenz über den Hafen und der Seepromenande entlang. Hier wartet schon mein Schatz mit den Goga und ich hole mir einen motivierenden Schmatzer ab.

Jetzt gehts über die Seebühne drüber, auch cool irgendwie. Und dann den langen Weg am See entlang bis Richtung Neu Amerika. Hier holt Israel wieder auf und überholt mich langsam. Ich lasse ihn ziehen, ich weiß er ist schneller als ich und ich darf mich  nicht verleiten lassen ihn einzuholen. Sonst bricht man dann schnell ein und geht k.o.

Doch ich bleibe dicht hinter ihm. Vielleicht geht heut doch was. Beim Strandhaus Neu Amerika, ca. km 14, beschließe ich dann, Israel zu folgen und das Tempo von 4:30 bei zu behalten. Ich fühle mich noch fit und vertraue auf meine Füße. Die werden mich schon ins Ziel tragen. Im Wald überhole ich zwei langsame „dickerere“ Läuferinen. Sie schauen ziemlich kaputt aus. Ich drehe mich um und sehe, dass sie Rote Startnummern tragen. Die wollen doch nicht wirklich den ganzen Marathon laufen? Sind bei km 15 schon k.o.? Manche Menschen checkens echt nicht.

Egal, ich laufe weiter, rüber über die Harder Fahrradbrücke. In Hard ist der U-Turn, der die 21,097 km komplett macht. Jetzt geht es zurück Richtung Ach-Brücke nach Bregenz. Auf der Brücke merkt man richtig, wie die Brücke in Schwingungen gerät, unter den vielen Füßen, die im Takt darüber laufen.

Jetzt sinds noch ca. 3 km. Das geht sich aus. Geschwindigkeit beibehalten und zum Schluss gas geben. Es geht der Achsiedlung entlang wieder Richtung See und dann rechts weg Richtung Kloster Meererau. Heuer geht es aber nicht durch das Kloster sondern weiter hinten über die Hauptstraße zum Yachthafen. Dort klatscht Alex ab und gibt noch mal eine Motivationsspritze. Danach merke ich aber, dass ich für einen Endspurt doch keine Kraft mehr habe. Also rufe ich Israel, der immer noch vor mir läuft, zu: „Ich hol dich nicht mehr ein, lauf und gib alles.“ Er zieht an und läuft weg. Ich laufe meinen Speed weiter und plötzlich höre ich Lärm. Der Hubschrauber kreist über uns. Motorradgehupe. Ich checke meine Zeit und sehe, das könnte eine 1:36h Zeit werden. Da der Marathon aber 45 Minuten früher gestartet hat, und die Bestzeit bei etwa 2:22h erwartet wird, dürft jetzt grad der Sieger des Marathon hinter mir kommen.

Das gibt noch mal Motivation und ich gebe noch mal Gas. Ich biege ins Stadion ein und laufe in die letzte halbe Runde ein. Beim Ausgang auf die Zielgerade läuft mir dann der Marathonsieger, der Schweizer Armin Flückinger vor und läuft direkt vor mir ins Ziel. Ideales Timing, unter solchem Publikumsjubel bin ich noch nie eingelaufen. Ich stelle mir einfach vor der Jubel geht an mich 😉

Schließlich wird es eine Zeit von 1:36:17. Fast 4 Minuten schneller als geplant. Und es geht mir noch gut. Super zufrieden. Jetzt die Medailie abholen und das Biel, natürlich alkoholfrei, genüßlich trinken.

War wieder ein super tolles Event. Jetzt aber schnell duschen und meine Schätze vom Fischersteg abholen.

Was mich so an dem Marathon fasziniert ist das verbindende. 51 Nationen waren am Start. Viele davon waren auch auf der Seekönigin. Ich hab dort Isländer, Norweger, Amerianer und viele andere Nationalitäten gesehen. Und alle waren durch einen Gedanken vereint, das Laufen, das Beste geben. Ich glaube, niemand hat in dem Moment überlegt, dass die Menschen „Ausländer“ sind. Man sieht, stellt man das „Gemeinsame“ in den Vordergrund, und nicht das „Anders sein“, sind wir plötzlich alle gleich.

Hier noch ein paar Zahlen:

Zeit: 1:36,17

Platzierung in der Altersgruppe M45: 31 von 222

Platzierung insgesamt: 192 von 1502

Die Ergebnisse gibt es hier zum nachlesen.

Und wen es interessiert, hier das Zieleinlaufvideo. Ich laufe bei 3:58h durchs Ziel, knapp hinter Armin.

Ciao und bis zum nächsten Bericht.

Matse

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