Linus Torvalds, und was noch geschah …

Linus Torvalds

Heute habe ich einen Artikel gelesen, dass Linus Torvalds, der Begründer und wichtigste Organisator des Linux OS, sich vor kurzem zurück gezogen hat, um an seiner sozialen Kompetenz zu arbeiten. Hm das hat mich neugierig gemacht, wer dieser Mensch eigentlich ist.

Linus wurde am 28. Dezember 1969 in Helsinki geboren. Laut seiner Aussage ist der Name Torvalds sehr selten und er ist mit allen Torvalds auf der Welt irgendwie verwandt. Das liegt daran, dass sein Großvater, Ole Torvald Elis Saxberg Karanko, der einfach seinen zweiten Vornamen (der so viel wie „Thors Reich“ bedeutet) nahm, und ein S dran hängte. Linus gehörte zu der schwedisch sprechenden Minderheit in Finnland.

Als Kind hatte er wenig Interesse an Sport und liebte Modellbau, Horror- uns Science-Fiction Bücher. Ersten Kontakt mit Computern machte er im Alter von 11 Jahren mit einem Comodore VC 20 seines Großvaters, welcher Linus BASIC Programme für mathematische Berechnungen eintippen ließ.

Also sein Großvater 1983 starb, erbte er den Computer. Schnell lernte er, dass sich ein Computer durch Assemblersprache und Maschinencode viel besser steuern lassen würde.

1987 kaufte er dann einen eigenen Computer mit 128 KB Speicher und einem 68008 Prozessor. Dabei entdeckte er Fehler im Betriebssystem QDOS und lernte durch die Beschäftigung mit Disassemblierung die Architektur eines Betriebssystems zu verstehen.

1988 begann er ein Informatik Studium, das er 1996 abschloss. 1990 fing er an zu überlegen, wie denn sein Computer auszusehen hatte, da er mit dem derzeitigen nicht mehr zufrieden war. Er legte sich das Buch „Operating Systems Design and Implementation“ von Andrew S. Tanenbaum zu. Darin beschreibt Tanenbaum anhand des von ihm entwickelten Unix Klon Minix den Aufbau eines Betriebssystems. Es ist das Buch, welches Linus nach eigenen Angaben bis heute motiviert, und das sein Leben verändert hat.

1991 bestellt Linus seinen ersten Computer, einen 386er, den er aber finanzieren musste, da er nicht so viel Geld besaß. Er hatte ein abgespecktes DOS installiert, doch Linus bestellte bereits das Minix, mit dem er dann arbeiten wollte.

Er war aber frustriert von der Terminal Emulation von Minix, die er benötigte, um sich mit den Universitätsrechnern zu verbinden. Da es Winter war, und laut Linus diese Jahreszeit in Finnland nicht geeignet ist, die Wohnung zu verlassen, schrieb er einen eigenen maschinennahen Emulator. Zuerst nur zum kommunizieren, E-Mails lesen und an Newsgroups teilzunehmen gedacht, entwickelte er bald Möglichkeiten, auf die Festplatte zuzugreifen und Dateien herunter zu laden.

Ari Lemmke arbeitet als Assistent an der technischen Universität von Helsinki und kontaktierte Linus, da er erfahren hatte, dass dieser offensichtlich an einem Operating System arbeitete. Er stellte ihm Speicherplatz auf einem FTP Server zur Verfügung. Am 17. September 1991 war es dann so weit und die Shell für sein Betriebssystem war funktionstüchtig. Linus stellte den ersten Kernel, der zu diesem Zeitpunkt nur 10.000 Zeilen Quellcode besaß, mit der Versionsnummer 0.01 online.

Seinen Namen erhielt Linux von Ari Lemmke, der den von Torvalds geplanten Namen Freax (eine Zusammensetzung aus Freak, Free und Unix) nicht mochte und den FTP-Ordner kurzerhand Linux nannte, einen Namen, den Torvalds zuvor nur intern für sich verwendet hat. Linux gewann immer mehr Anhänger, und da die Verwendung von Linux ursprünglich nicht für kommerzielle Zwecke erlaubt war, und Linux im Herbst 1991 auf einem Vortrag von Richard Stallman über das GNU-Projekt war, kündigte er im Jänner 1992 an, das Projekt Linux bald unter die GPL Lizenz zu stellen (siehe auch meinen nächsten Artikel). Linux verbreitete sich darauf hin schnell und am 14. März 1994 wurde die Version 1.0 vorgestellt. Das Ereignis wurde sogar live im finnischen Fernsehen übertragen.

Linus Privatleben war auch recht spannend. So gab er im Herbstsemester 1993 eine Vorlesung über „Einführung in die Informatik“. Die Kindergärtnerin und sechsfache finnische Karatemeisterin Tove Monni nahm auch an der Vorlesung teil. Linus stellte den Studenten eine Aufgabe, ihm eine Email zu schreiben. Die Email von Tove war eine Einladung zu einem Rendezvous, das Linus annahm. Bald darauf zog er bei ihr ein, sein Computer folgte 2 Monate später. Laut seinen Angaben war es die längste Zeit für ihn ohne Computer ;).

1996 gab er seine Master Arbeit „Linux, a portable operating System“ ab und fuhr gleich danach ins Krankenhaus, wo seine Tochter Patricia Miranda zur Welt kam. Im Jänner 1997 heirateten Linus und Tove, und im Februar 1997 zog die Familie nach Kalifornien, und Linus fing dort bei Transmeta zu arbeiten an. Seine erste Aufgabe war die Entwicklung eines x86er Interpreters für deren Prozessoren. Doch er hatte sich auch eingeräumt, weiter an seinem Betriebssystem arbeiten zu können.

1998 erhielt die Open Source Bewegung immer mehr Auftrieb, auch weil sie von Netscape und IBM unterstützt wurde.

Wie gings weiter: Im Juni 2003 verließ Linus Torvalds Transmeta und begann seine Arbeit bei Open Source Development Labs (OSDL), einer Non-Profit-Organisation zur Förderung von Linux im Unternehmensbereich. 2004 zog er nach Portland in Oregon, um näher bei OSDL zu sein, und arbeitete weiter am Linux Kernel.

Im September 2018 kündigte er an, sich für einige Zeit zurückzunehmen und wegen seiner wiederholten Wutausbrüche an sich zu arbeiten.

Iridium Flares

Iridium flares werden immer seltener. Diese Nachricht habe ich heute gehört. Und sie macht mich etwas traurig. Der Grund: Die Satelliten der ersten Generation mit ihren 2 m² großen Spiegel werden vorne zu ausgetauscht gegen die 2. Generation. Diese haben keine Spiegel mehr. Bereits jetzt werden Beobachter immer mehr enttäuscht, wenn sie nach einem Flare Ausschau halten, und dann ins Leere starren.

Und was ist so ein Flare jetzt? Es handelt sich um Lichtblitze am Nachthimmel, die von den sogenannten Iridium Satelliten stammen. Das sind Kommunikationssatelliten für die Telefonie und Internet. Die Satelliten der 1. Generation besitzen einen Spiegel, der das Sonnenlicht bei günstiger Stellung so auf die Erde zurück strahlen, dass sie in einem kleinen Gebiet (einige km Durchmesser) beim Drüberstreifen über die Oberfläche als heller Lichtblitz von einigen Sekunden Dauer wahrgenommen werden. Das ist möglich, weil die Satelliten in einer Höhe von 800km kreisen, und so das Sonnenlicht auf die Nachtseite der Erde umlenken können. Der Satellit wird dabei innerhalb ca. 30 Sekunden immer heller, bis er dann ein paar Sekunden lang hell aufleuchtet, und dabei heller als die Venus leuchtet.

Es gibt Software, mit denen man genau voraus sagen kann, wann sich der nächste Flare an der aktuellen Position auf der Erde ereignen wird. Trifft man dabei auf einen bereits ausgetauschten Iridium Satelliten, gibt es keinen Blitz. Bereits in einigen Jahren wird es gar keine solcher Flares mehr geben.

Uranus in Opposition

Heute befindet sich übrigens Uranus in Opposition. Allerdings ist er schwer zu sehen, weil der Vollmond stört. Uranus ist so schwach von uns aus zu sehen, dass er heutzutage so gut wie gar nicht mehr mit freiem Auge gesehen werden kann. In idealen Nächten, weit abseits von künstlicher Lichtverschmutzung und wenn man genau weiß wohin man schauen muss, kann man ihn jedoch noch als ganz schwachen Lichtpunkt erspähen.

Neues von Pluto

Pluto geht heute unter sich.  Die Bahn ist um 17 Grad geneigt zur Erdbahn. Im Sommer hat die Erde den Pluto überholt, und weil er auf der Höhe der Erdbahn läuft, kam es heuer zu einem sogenannten Erdtransit vor der Sonne ☀. Würde man vom Pluto aus auf die Sonne schauen, würde also die Erde als winziges Scheibchen davor vorbei ziehen.

Übrigens, aufsteigend wird Pluto erst wieder in 160 Jahren, 2178.

Die Geschwindigkeit der Planeten

Übrigens habe ich mich grad gefragt, ob eigentlich die inneren Planeten Merkur und Venus schneller, gleich schnell oder langsamer um die Sonne kreisen als die Erde. Natürlich wissen wir alle, dass ein Planet umso länger für einen Umlauf um die Sonne braucht, je weiter er von ihr entfernt ist. Aber die Umlaufbahn ist ja auch länger. Die Frage ist also, ist er auch langsamer? Kurz überlegt, müsste ein Planet innerhalb ja schneller sein, da er schneller um die Sonne kreisen muss, sonst würde er abstürzen. Aber auf der anderen Seite wissen wir auch, wenn wir auf der Erdbahn einen Körper, z.B. eine Rakete, beschleunigen, treibt es ihn nach außen.

Die Antwort: Je näher ein Planet zur Sonne, desto schneller ist er auch. Mekur ist nicht ganz doppelt so schnell als die Erde.

Hier könnt ihr das auch noch mal nachlesen. https://astrokramkiste.de/planeten-geschwindigkeit

So das wars für heute, ich berichte später noch in einem extra Artikel über Richard Stallman, den Begründer des GNU-Projekts.

Bis dann aber einen schönen Sonntag und viel Spaß bei der NFL (falls ihr auch grad auf Puls4 schaut, so wie ich).

CU

Matse

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